Einleitung
Ehedenn die hiesige Kirche für uns Gestalt annimmt, wurde das Dorf bereits um das Jahr 1055 in einer Urkunde des Bischoffs Egilbert von Minden genannt. Rd. 170 Jahre später, nämlich 1225, tritt Ulrich von Lenthe (Olricus de lenthe) bei einem Grundstückstauschvertrag zwischen den Bischöfen von Minden und Hildesheim aus dem Dunkel der Geschichte namentlich ans Licht.
Es war einmal....
in dem kleinen Dörflein Lenthe vermutlich so um die Wende vom 13. zum 14.Jahrhundert eine Kapelle, die dem Martyrium der 10.000 Ritter geweiht war ("de ghewiget is an de ere de hillighen Teyn dusend riddere") und einen Altar besaß, der dem Apostel Thomas, dem heiliegen Einsiedler Antonius, der Märtyrerin Catharina und den Heiligen Drei Königen gewidmet war. Diese Kapelle war sicherlich bereits in Steinen gemauert, während wohl davor ein Gebäude in Holzfachwerk bestanden hatte.
Der Kirchweg nach Ronnenberg
Die Gemeinde wurde in der Kapelle zu Lenthe von den Priestern der Mutterkirche von Ronnenberg an einzelnen Sonn- und Feiertagen kirchlich versorgt. Allgemein mußten die Lenther Gläubigen zu Gottesdiensten, Taufen, Trauungen, Begräbnissen und anderen kirchlichen Handlungen die Kirche in Ronnenberg aufsuchen. Für den Kirchweg dorthin brauchte der Fußgänger gut 2 Stunden, abgesehen von erschwerenden Wetterverhältnissen; denn auch Kleinkinder mußten zu Taufen mitgenommen werden, und zu Begräbnissen mußten die Särge transportiert werden.
Die Gründe der Kirche vor 600 Jahren
Gegen Ende des 14. Jahrhunderts lebten in Lenthe etwa 100-110 Menschen (vermutet nach einem Vertrage von 1382), die mit den hiesigen mangelhaften kirchlichen Verhältnissen nicht mehr einverstanden waren. 9 Männer der Familie von Lenthe statteten daher unter Eilhard d. A. eine zu gründende selbständige Pfarrei und Kirche mit Kapital und Grundbesitz aus. Mit der Bestätigung des Bischofs Otto von Minden wurde am 31. August 1394 der erste Pfarrherr Ernst Idensen Praesbyter (=Leutpriester) in seine Stelle hier eingewiesen. Aus weiteren Urkunden vor der Reformation wissen wir, daß Ernst Idensens Nachfolger zu bestimmten Amtshandlungen mit höheren Weihen versehene Priester ("presteren und kosteren") auf ihre Kosten beauftragen mußten. Bischoff Otto hat in der Urkunde von 1394 den jeweils Ältesten der Familie von Lenthe zum Patron der Kirche in Lenthe bestimmt. In Fortführung dieses Rechts nimmt seit 1957 Herr Kurd von Lenthe dieses Amt wahr. Er ist gleichzeitig Vorsitzender des Kirchenvorstandes.
Die Reformation
Erst mit der lutherischen Reformation, die im hiesigen Amte Calenberg von der Landesfürstin Elisabeth zwischen 1542 und 1544 im Rahmen einer Generalvisitation angeordnet wurde, kamen auf die Lenthe Pfarrstelle theologisch voll ausgebildete Pastoren. Die Landeskirche hat im 20 Jahrhundert diese Entwicklung zurückgeschraubt, indem nunmehr die Pfarrstelle als halbe und dauernd Vakante eingestuft wurde. Seit 1988 werden die Pfarrstellen in Lenthe - Northen sowie in Benthe von Pastor Friedrich Strauß in Personalunion gemeinsam verwaltet.
Unsere Altäre, die Kanzel und die Taufe
Um 1520 wurde der Schreinaltar, der der Ehre des allmächtigen Gottes und dem Gedenken der 10.000 Ritter gewidmet ist, von der Patronsherrschaft der Familie von Lenthe in Auftrag gegeben und in der hiesigen Kirche aufgebaut. Nach knapp 200 Jahren haben die Northener den Altar für ihre Kapelle erhalten, die er noch heute schmückt. Hier ist im Jahre 1710 der jetzige Altar aufgestellt, den der hannoversche Bildschnitzer und Maler Johann Konrad Ziesenis im Namen von Magdalene Ilse von Lenthe geb. von Reden für 60 Taler geschaffen hat. Zum Vergleich: Die Restauration des Altars hat vor ein paar Jahren rd. 20.000,00 DM gekostet. Erich von Lenthe und seine Ehefrau Maria Agnesa Schenk von Flechtingen haben vermutlich zu ihrer Hochzeit im Jahre 1629 die farbenprächtige Kanzel gestiftet. Im Jahre 1670 hat ebenfalls Erich von Lenthe den heutigen Taufstein angeschafft und aufstellen lassen.
Der Räuber Nickel List in unserer Kirche
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts haben die Diebstähle der berüchtigten Bande des Nickel List die Menschen in Atem gehalten. Zu ihrer bekanntesten Beute gehört die goldene Tafel des Michaelis Klosters in Lüneburg. Aber leider wurde von der Bande auch die Lenther Kirche beraubt: Sie nahmen eine silberne Kanne, zwei Kelche, zwei Oblatenschüsseln, eine Oblatenschachtel, verschiedene Altarlaken und einige andere Kleinigkeiten mit. Zum größten Teil sicherlich Sachen, die bereits aus der Gründerzeit der Kirche stammten und insofern besonders wertvoll waren. Noch im selben Jahr des Raubes, nämlich 1697, hat Dorothee von Lenthe einen Abendmalskelch und Major Christoph Libow, Vollmeier in Northen, einen Oblatenteller der Kirche gestiftet.
Die Erweiterung der Kirche und sonstige Veränderungen
3 Jahrhunderte lang wurden die Verstorbenen der von Lenthes unter dem Chorraum und der Sakristei bestattet. Im Jahre 1690 wurde für die Familienmitglieder des Untergutes eine oberirdische Gruft an der Nordwestseite der Kirche angebaut. Der Hofbaumeister Johann P. Heumann aus Hannover hat die Arbeiten zu einer Vergrößerung der Kirche geplant, die dann 1737 durchgeführt wurden. Das Kirchenschiff wurde verbreitert und erhöht, Emporen eingebaut und eine Gruft für die Familienmitglieder des Obergutes an der Südwestseite der Kirch errichtet. Der ganze Raum über den Grüften wurde in das Kirchenschiff einbezogen und als Sitz für die von Lenthes bestimmt. Die erste Orgel wurde im Jahre 1818 erworben; sie wurde 1899 von den Erben des Werner von Siemens ersetzt, der 1816 in Lenthe geboren ist. Seit 1964 wird die heutige Orgel benutzt. Sie ist seit 1977 vervollständigt. Die ev.luth. Gemeindemitglieder aus Northen wurden im Jahre 1892 der Lenthe Pfarre angeschlossen, nachdem sie Jahrhunderte lang sich darum bemüht hatten.
Die Glocken
Seit der Erbauung nach 1394 hat die Kirche mindestens eine Glocke besessen, worüber jedoch keine schriftlichen Notizen überliefert sind. Wir erfahren, daß 1671 Ludolf Siegfried in Hannover zwei Glocken gegossen hat. Dazu haben die Lenther eine alte Glocke abgegeben. Die beiden Glocken sind bis zum Jahre 1898 hier benutzt worden. Es wurden dann zwei Glocken der Firma Radler in Hildesheim gegossen. Bei diesem Guß wurden wiederum die alten Glocken verwendet, so daß ein Teil des Materials in der Zeit vor 1671 - vielleicht bis in das erste Viertel nach 1400 - zurückreichte. Für die Kriegsverwendung wurde 1917 eine Glocke und 1942 eine andere Glocke beschlagnahmt. Eine eiserne Ersatzglocke, hergestellt 1927, hat die Kirchengemeinde 1955 an die Friedhofskapelle in Bemerode abgegeben, die dort zu Trauerfeiern läutet. Die heutigen drei Glocken wurden am 08. Mai 1955 zu ihrem Dienst in der Lenther Kirche aufgehängt.
Weitere Arbeiten an der Kirche
Grundliegende Veränderungen im Kirchenschiff wurden 1963/1964 durchgeführt: Die Südempore wurde mit der Orgel an die Nordwand verlegt, die Kanzel wurde von der Höhe auf der Nordseite zur Südostseite heruntergeholt. Einige Epitaphe hinter dem Altar wurden entfernt und an andere Plätze verlegt, so daß der Altar freisteht, und außerdem wurden die Außenmauern des Kirchenschiffs erhöht. Im Jahre 1986 sind die Außenwände umfangreich erneuert worden.
Schlußwort
Dieser Siedlungsplatz, hinter dem Benther Berge gelegen, damals fern von Verkehrswegen, der irgendwann den Namen Lente/Lenthe erhielt, wurde vermutlich vor mehr als 1000 Jahren von einigen sächsischen Familien gegründet. Mit ihnen kam die Kirche. Die Gemeinde und die Kirche sind unter Anfechtungen und Widrigkeiten in diese Welt hineingewachsen. Ob diese Kirche in dieser Gemeinde lebendig bleibt, bestimmen wir selber. Gott segne seine Gemeinde! HEW
Pastor Friedrich Strauß, Wallbrink 5 | (0 51 08) 92 69 62 |
Gemeindebüro Lenthe, Mühlenweg 4 | (0 51 37) 23 66
|
Öffnungszeiten: Di. 15.00 - 18.00 Uhr, Fr. 9.00 - 11.00 Uhr | |
Küsterin Northen: Isabelle Meibert | (0 51 08) 85 42 |
Küster Everloh: Andreas Glasenapp |
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Küsterin Lenthe: Margarete Uelschen | (0 51 37) 63 19 |
Gemeindehausverwaltung Lenthe: Annika Wessel | (0 51 37) 82 26 72 |
Regionaldiakon Helge Bechtloff | (0 51 08) 64 49 17 |
Der Kirchenvorstand: | |
Lenthe | (0 51 37)..... |
Johannes B. Bieber, Werner-von-Siemens-Str. 15 | 53 15 |
Lars Ermerling, Werner-von-Siemens-Str. 21 | 12 75 10 |
Kurd von Lenthe, Winterstr. 23 | 21 38 |
Heidi Frfr. von Richthofen, Im Eickhof 6 | 41 34 |
Tobias Uelschen, Im Wehrfeld 18 | 81 50 00 |
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Northen | (0 51 08)..... |
Ina Meier, Tönniesrehre 5 | 92 47 47 |
Susanne Petrovic-Farah, Brennereiweg 13C | 91 38 78 |
Beate Reinders, Brinkwiese 3A | 34 87 |
Anja Salzbrunn, Brinkwiese 15 | 38 99 |
Giesela Volker, Waldstr. 6 | 32 21 |
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Everloh | (0 51 08)..... |
Susanne Warnecke, Am Sonnenhang 22 | 23 55 |
Rosemarie Kühne, Im großen Bergfeld 6 | 81 72 |
Tanja Reverey, Harenberger Str. 16 | 48 50 |


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